Nomen est Omen?!

Hat sich mal jemand die heutigen Festival-Line-Ups und Konzert-Packages angeschaut?
Immer wieder trifft ma da auf neue Bands, die Wortungetüme als Namen haben, dass selbst die großen Dichter und Denker in ihre Buchstabensuppe kotzen würden.
Beispiele gefällig?

- IWRESTLEDABEARONCE (für alle, die es nicht entziffern können, hier mal mit Leerzeichen: I wrestled a bear once)
- JOB FOR A COWBOY (seit Brokeback Mountain fallen mir da einige neue „Jobs“ ein)
- CATTLE DECAPITATION (Wenn ihr sie schon enthauptet, dann fresst sie auch, verdammt!)
- BRING ME THE HORIZON (Glaubt mir. Der ist nicht halb so bunt, wie eure Shirts.)
- BULLET FOR MY VALENTINE (oder wie ich sie nenne: BULLSHIT FOR MY VALENTINE)
- THE MURDER OF MY SWEET (Die selbe Band wie vorher, nur anders umschrieben?)
- WE BUTTER THE BREAD WITH BUTTER (Das werd ich jetzt mal unkommentiert so hier stehen lassen.)

Noch Fragen?
Ich hätte da eine. Oder sogar mehrere. Sind alle coolen Bandnamen schon aus? Muss man sich einen solchen geistigen Dünnpfiff als Bandnamen geben? Und wenn ja, will man damit nur von mangelnder Kreativität und fehlender Instrumental- und/oder Gesangsqualität ablenken? Ist der Name wichtiger als die Musik, um aus der Masse an Bands herauszustechen?
Anscheinend ja nicht. Wie sonst ist es zu erklären, dass Bands mit coolen „Metal-Namen“ auch die beste Musik machen?
DESTRUCTION zum Beispiel ist der perfekte Name für eine Band, die genau diese Art von Musik spielt. Thrash Metal nämlich. SLAYER genauso, aber die sind ja eh über jeden Zweifel erhaben.
SOCIAL DISTORTION klingt geradezu nach Punk Rock und wer bei HAMMERFALL nicht sofort an Heavy Metal denkt, der gehört geplättet.
Ich könnte an dieser Stelle noch viel mehr Beispiele aus anderen Subgenres aufzählen.

Aber woher kommt es, dass Bands mit blöden Namen heutzutage auch entsprechende Musik machen? Ich mein, guckt euch die 70er an. In keinem Jahrzehnt gab es dämlichere Bandnamen (DEEP PURPLE, IRON BUTTERFLY, BLUE CHEER, URIAH HEEP, …) aber gleichzeitig auch so geniale Musik. Wieviel davon (sowohl namentlich, als auch musikalisch) den Drogen geschuldet war, sei einmal dahingestellt.
Aber es gibt auch Gegenbeispiele aus jener Zeit. BLACK SABBATH wären wohl nie so weit mit ihrer Musik gekommen, wenn sie sich WHITE SUNDAY genannt hätten.
Da passte der Name einfach zur Musik. Und damit möchte ich eine Frage von weiter oben noch einmal aufgreifen: Sind alle coolen Bandnamen schon aus?
In Anbetracht der o.g. Beispiele scheint es fast so. Alles, was irgendwie „hart“ oder „böse“ klingt scheint schon seit Jahrzehnten vergeben zu sein (ANTHRAX, SODOM, VENOM, MAYHEM, TERROR, …).
Also, was tun? Sich irgendwelchen sinnentleerten Schwachsinn a la „WE BUTTER THE BREAD WITH BUTTER“ ausdenken? Oder lieber kreativ sein und sich was eigenes „böses“ ausdenken?
Sollte ich jemals eine eigene Band haben, hätte ich bereits jetzt den passenden Namen dafür. Und für mein Solo-Projekt. Und noch für ein anderes Projekt (Nein, ich bin nicht Devin Townsend.).
Natürlich werde ich die hier nicht verraten. Ihr sollt euch schon selbst was ausdenken und nicht einfach nur abschreiben. ;-)

In diesem Sinne die E\m/pfehlung des Küchenchefs: Lieber Anthrax im Ohr als Butter aufm Brot.

Die spanische Eintagsfliege als eine von vielen.

Kollege: „Kennst du Menendez?“
Ich: „Klingt wie ‚n kolumbianischer Drogenbaron.“
Kollege: „Nein. Der ist Kult.“
Ich: „Und? Bin ich auch.“
Kollege: „Der macht schon seit mehr als 10 Jahren Musik.“
Ich: „Ozzy Osbourne macht schon seit mehr als 40 Jahren Musik.“
Kollege: „Der ist bekannter als Ozzy Osbourne.“

So ungefähr kann man sich einen Dialog vorstellen, den ich heute auf Arbeit führen durfte. Klar, dass nach dem letzten Satz meine Kinnlade erstmal den Expresslift nach unten nahm. Diese Blasphemie und Gotteslästerung geht nun wirklich zu weit.
Doch wer denkt, das Szenario könnte nich noch übler werden, der irrt gewaltig.
Da er nicht glauben konnte, dass ich diesen „Menendez“ oder wie der heißt nicht kenne, fragte er erstmal jeden, der ihm übern Weg lief, ob er/sie denn „Menendez“ kennen würde. Zu meiner großen Überraschung kennen über 90% meiner Kollegen jenes fragwürdige Individuum. Ozzy dagegen kennen die meisten nur aus dessen Reality-TV-Serie. Dass er Gründungsmitglied von BLACK SABBATH war, weiß ausser mir nur noch ein weiterer Kollege. Naja, der sollte es ja auch wissen, schließlich ist er in den 70ern aufgewachsen und hat die ganzen alten Bands in ihrer Blütezeit erlebt. Obwohl diese Bands sich teilweise selbst nicht mehr so wirklich ab diese Zeit erinnern. Aber ich schweife ab.

Wie gesagt: Über 90% meiner Kollegen kennen dieses Wortungetüm mit den 3 „e“, aber kaum einer Ozzy und seine Werke.
Und das ist das, was mich an der heutigen Musikindustrie so stört. Alles ist von windigen Produzenten auf die schnelle Kohle getrimmt. Was aus den Leuten wird, mit denen die Kohle gemacht wird, ist für die doch nebensächlich. Im besten Fall bekommen die ihre 15 Minuten im Rampenlicht und dann verschwinden sie wieder in der Versenkung der Bedeutungslosigkeit, aus der sie hervorgekrochen sind.
Aber ist es das wirklich wert? Staffel für Staffel bewerben sich hunderttausende von jungen Menschen (Dass die meisten davon vollkommen talentfrei sind, braucht hier ja wohl nicht extra erwähnt zu werden.) bei solchen Casting-Shows wie DSDS, Flopstars oder Nix-Factor, nur für die Chance auf diese 15 Minuten Ruhm. Oder will mir jemand allen ernstes erzählen, dass sich da auch nur einer der Bewerber Illusionen macht, eine lange und erfolgreiche Karriere als Sänger zu haben. Sollte dem doch so sein, dann sind diese Menschen noch dämlicher, als sie sich im Fernsehen eh schon geben.
Aber an dieser Stelle sei die Frage erlaubt: Wer ist eigentlich dämlicher? Die Leute, die sich da im Fernsehen zum Horst machen? Oder die, die sich das auch noch freiwillig angucken?
Ganz ehrlich: Meine Hirnzellen würden Selbstmord begehen, wenn ich mir diese Volksverblödung länger als 5 Minuten anschauen würde. Was ich bislang nie getan habe. Und ich habe auch nicht vor, es auszuprobieren.

Aber gut, man kann niemandem vorschreiben, was er sich im Fernsehen anschauen soll und was nicht. Wobei ich mir bei solchen Sendungen eine Einblendung Marke „Warnung! Diese Sendung kann ihre Hirnleistung beeinträchtigen.“ wünschen würde. Naja, kommt ja vielleicht noch.
Was mich jedoch an solchen Shows, genauso wie an der aktuellen Musikszene allgemein stört, ist die Tatsache, dass da irgendwelche Typen oder Tussen auftauchen (ob über Sprungbrett Casting-Show oder andere Irrungen und Wirrungen ist dabei nebensächlich), einen Hit haben und sofort als Superstar dargestellt werden.
Beispiel gefällig? Duffy, oder ich wie sie immer nannte: „Druffi“.
Dieses talentfreie Etwas hatte mit „Mercy“ einen Hit (über das „Stand by me“-Sample und was ohne aus dem Song geworden wäre, werde ich mich in einem späteren Blog-Eintrag noch ausführlicher auslassen), ging auf große Tournee (zu überzogenen Preisen) und dann kam nichts mehr. Kürzlich hat sie ihr 2. Album veröffentlicht und denkt aufgrund der Verkaufszahlen darüber nach, ihre Karriere als Sängerin an den Nagel zu hängen.
Tu es! Bitte! Und werd damit zu einem leuchtenden Beispiel für eine ganze Generation talentfreier Möchtegern-Superstars!

Ganz ehrlich: Superstars sind Leute wie Madonna, Paul McCartney oder eben Ozzy Osbourne. Das macht sich allein schon dadurch bemerkbar, dass sie seit über 30 Jahren im Geschäft sind und immernoch in der Lage sind, hervorragende Musik zu machen.
Heutzutage ist es um einiges schwieriger, diesen Status zu erreichen, als vor 20 oder 30 Jahren. Von 1000000 die es versuchen, schafft es bestenfalls einer.
Also Leute, hier mein Appell: Guckt nicht auf die, die heute groß sind, denn morgen sind sie schon wieder weg. Guckt auf die, die schon lange da sind, weil die es sind, von denen alles kommt, was die jungen „Talente“ von heute so auf die Bühne bringen.
Oder kurz: Guckt auf die „Madonnas“, nicht auf die „Menendez‘“.
Macht auch optisch mehr her. ;-)

In diesem Sinne zieh ich mir jetzt erstmal etwas Bildungsmusik (auch dazu mehr in einem zukünftigen Blog-Eintrag) rein: GRAVE DIGGERs Album „The Grave Digger“. ;-)

\m/etallische Grüße

Der Küchenchef

Der Küchenchef und die Speisekarte

Willkommen in der Heavy Metal Küche, der härtesten Küche der Welt.
Ich bin Richie Blackheart und ich leite diese Küche hier. Und bevor jemand fragt: Nein, hier ist nicht alles schwarz.
Auf der Speisekarte stehen nur erwählte Themen, zu denen ich mich mal spöttisch-süß, mal herzhaft gewürzt äußern werde.
Als Zutaten dienen mir Bands, Alben, Songs, die Szene selbst und ihre Angehörigen (ein weit gefasster Begriff) und schließlich alle gängigen Klischees und Vorurteile, die von Unwissenden verbreitet werden.
Die Rezepte strick ich mir selbst, wobei ich mir durchaus bewusst bin, dass meine Kreationen (Macht mich das zum KREATOR?) nicht jedem munden werden. Aber über Geschmack lässt sich ja bekanntlich nicht streiten.

Und nun, genug der Vorspeise. Zeit, mit dem 666-Gänge-Menü zu beginnen.

Ich wünsche einen guten Appetit.